Fairtrade

Fairtrade

Mitunter bekommt man oftmals das Gefühl, dass man mit Gütesiegeln nahezu überschüttet wird. Wenn die Verbraucher nach der Bedeutung der einzelnen Siegel gefragt werden, dann hapert es oftmals an der passenden Antwort. Die Produktkennzeichnungen sind jedoch sehr wichtig und dürfen daher auf keiner Verpackung fehlen.

Schließlich machen die Gütezeichen eine Aussage über die Qualität der Erzeugnisse. Ebenso erhalten die Kunden wertvolle Informationen zu den eingehaltenen Sicherheitsanforderungen und Umwelteigenschaften. Ein Paradebeispiel dafür ist das Zeichen „Fairtrade“. Das grün-blaue Fairtrade Siegel ist Ihnen bestimmt schon einmal aufgefallen.

Für die Vergabe des Zeichens in Deutschland ist die Siegelorganisation TransFair e.V. verantwortlich. Mit diesem Aufdruck wird dem Verbraucher signalisiert, dass der Artikel wie z.B. Kuscheldecken nach den Bedingungen von Fairtrade International zertifiziert wurde. Die Organisation handelt nicht mit Waren. TransFair ist maßgeblich mit der Vergabe der Siegel beschäftigt.

Wofür steht das Siegel?

Das Siegel findet man häufig auf zahlreichen Lebensmitteln vor. Beispielsweise auf Zucker, Kaffee, Honig, Bananen oder Reis. Auch im Textilsektor ist das Gütezeichen vertreten. Hinter der Logik des Siegels steckt ein tiefgründiger Gedanke. In Zeiten, wo die Weltmarktpreise extrem schwanken, bleiben gerade die Kleinbauern oder Kleinstunternehmen auf der Strecke.

Diesem Trend möchte man gezielt entgegenwirken. Die Handelsbeziehungen sollen fair ablaufen, und zwar unter allen Handelspartnern. Darüber hinaus steht die kostendeckende Preisspirale klar im Fokus. Bei TransFair muss niemand seine Waren unter dem Wert verkaufen. Dafür wurden sogenannte Fairtrade-Standards eingeführt.

Wer sich als Hersteller zu den Fairtrade-Standards vertraglich verpflichtet hat, der muss sich auch an die vereinbarten Anforderungen halten. Zusätzlich erwirtschaftete Prämien werden in gemeinschaftliche Projekte der Organisation investiert.

Lassen Sie uns beim Textilsektor bleiben. Mit Sicherheit haben Sie über die Medien ebenso mitbekommen, dass die Arbeitsbedingungen in manchen Produktionsländern wie Bangladesch, Indonesien, Vietnam oder Rumänien extrem sind. Mitunter sogar menschenunwürdig. Gerade Großexporteure wie China oder Kambodscha möchten die Produktionskosten so günstig wie möglich halten. Ein nahezu unüberschaubarer Konkurrenzkampf hat sich daraus entwickelt.

Viele Probleme und neue Herausforderungen bestimmen den Arbeitsalltag. Unter den dramatischen Folgen leiden der Mensch und die Umwelt. Gerade Baumwollbauernfamilien sind in der komplexen Lieferkette das kleinste Glied. Sie leiden am meisten. Diese Zielgruppe agiert unter schwierigen Lebensbedingungen.

Daher wurde 2016 der Fairtrade-Textilstandard und Fairtrade-Baumwolle Standard eingeführt. Ziel ist es, für gerechtere Bedingungen zu kämpfen. Alle Beteiligten sollen in Zukunft von der Produktionskette erreicht werden.

Natürlich dürften die Verbraucher nicht nur den sogenannten „Fast Fashion“ hinterherjagen. Dann müssten die Arbeiter und Arbeiterinnen in den Fabriken nicht zu solch widrigen Bedingungen Textilwaren herstellen. Zwar wurden Gesetze und Regelungen eingeführt, aber an der Umsetzung hapert es gewaltig.

Vor allem bei den Arbeitszeiten und Überstunden wurden immer wieder Verstöße festgestellt. Ein Boykott der Waren aus den „Billigländern“ ist ebenso keine Alternative. Schließlich möchten die Menschen in den typischen Produktionsländern arbeiten. Mit dem Wegfall des Arbeitsplatzes wäre die Armut unerträglich.

Daher hat es sich Fairtrade zur Aufgabe gemacht, genau an diesen Punkten ein Ausrufezeichen zu setzten. Man möchte für die Kleinbauernfamilien eine finanzielle Stabilität erreichen. Bessere Arbeitsbedingungen, Urlaub und Gesundheitsschutz stehen dabei ganz oben auf der Agenda.

Viele namenhafte Hersteller und Onlinehändler sehen diese Thematik genauso und haben sich der Organisation „Fairtrade“ bereits angeschlossen. Sie vielleicht auch?